Nicht jede Schachpartie endet mit einem Gewinner. Patt und Remis beenden die Partie unentschieden — aber aus völlig verschiedenen Gründen. Den Unterschied zu kennen verhindert bittere Fehler.
Was ist Patt?
Patt tritt ein, wenn ein Spieler am Zug ist, aber keinen legalen Zug machen kann und nicht im Schach steht.
Das Ergebnis: Unentschieden. Sofort. Ohne Diskussion.
Warum Patt frustrierend ist
Stell dir vor: Du hast Dame und König gegen einen einsamen König. Du bist klar überlegen — und setzt den Gegner patt statt matt. Das passiert Einsteigern ständig und kostet den sicheren Sieg.
Der Unterschied zu Schachmatt: Beim Matt steht der König im Schach und kann nicht entkommen. Beim Patt steht er nicht im Schach, kann sich aber nicht bewegen.
Patt-Fallen vermeiden
Die häufigsten Patt-Situationen
- Dame zu nah am König — Dame und König drängen den gegnerischen König in die Ecke, lassen aber keine Zugmöglichkeit
- Alle Bauern blockiert — der König kann nicht ziehen, kein Bauer kann vorrücken
- Übereifer beim Mattsetzen — zu viele Figuren greifen an, alle Felder sind kontrolliert
Wie man Patt vermeidet
- Immer einen Fluchtzug lassen — bevor du den letzten Zug machst, prüfe, ob der Gegner noch ziehen kann
- Matt-Muster lernen — wer weiß, wie Matt aussieht, erkennt Patt-Gefahren
- Langsam spielen — unter Zeitdruck passieren die meisten Patt-Fehler
Mehr zu Matt-Mustern im Artikel Schachmatt: Wie sieht Matt aus?
Was ist Remis?
Remis bedeutet Unentschieden — aber nicht durch Patt, sondern durch andere Regeln. Es gibt fünf Wege zum Remis:
1. Remis-Vereinbarung
Beide Spieler einigen sich auf Unentschieden. Kann jederzeit angeboten werden. Im Turnier gibt es manchmal Mindest-Zugzahlen, bevor Remis angeboten werden darf.
2. Patt (siehe oben)
3. Dreifache Stellungswiederholung
Wenn dieselbe Stellung mit denselben Zugmöglichkeiten dreimal vorkommt, kann Remis beansprucht werden. Oft durch ewiges Schach.
4. 50-Züge-Regel
Wenn 50 Züge lang kein Bauer gezogen und keine Figur geschlagen wurde, kann Remis beansprucht werden.
5. Unzureichendes Material
Wenn keine Seite genug Material hat, um Matt zu setzen:
- König gegen König
- König + Springer gegen König
- König + Läufer gegen König
Figurenwerte helfen einzuschätzen, ob genug Material zum Mattsetzen vorhanden ist.
Remis als Strategie
Remis ist nicht immer schlecht. In diesen Situationen ist Remis ein gutes Ergebnis:
- Du stehst schlechter und rettest ein halbes Punkt
- Dein Gegner hat deutlich höheres Elo
- Im Turnier reicht ein Unentschieden zum Weiterkommen
Remis erzwingen
Wer schlechter steht, kann versuchen, Remis zu erzwingen:
- Dauerschach — den König ständig angreifen, ohne Pause
- Abtausch — alle Figuren tauschen bis zum unzureichenden Material
- Patt provozieren — eigene Zugmöglichkeiten eliminieren
Das ist fortgeschrittene Technik und wird in Endspiel-Grundlagen vertieft.
Patt vs. Remis vs. Matt
| Situation | Ergebnis | Bedingung |
|---|---|---|
| Schachmatt | Verloren | König im Schach, kein legaler Zug |
| Patt | Unentschieden | Nicht im Schach, kein legaler Zug |
| Remis | Unentschieden | Vereinbarung, Wiederholung, 50 Züge oder Materialmangel |
Einsteiger verwechseln diese drei Situationen häufig. Am Brett üben und Stellungen nachstellen hilft am meisten.
Das Wichtigste
- Patt = kein legaler Zug, kein Schach → Unentschieden
- Remis = Unentschieden durch Vereinbarung, Wiederholung oder Materialmangel
- Matt ≠ Patt — den Unterschied zu kennen spart verlorene Partien
- Patt-Fallen sind der häufigste Fehler in gewonnenen Stellungen
- Remis kann eine kluge Strategie sein, wenn man schlechter steht

